„Wir haben es nicht nötig, dir etwas darauf zu antworten.“

Das ist nicht die Aussage der müden Kinder, die nach dem Heimkommen von ihrer Mutter gefragt werden, wie es ihnen heute in der Schule gegangen ist. Das ist die Antwort von Schadrach, Meschach und Abed-Nego, als sie von König Nebukadnezar aufgefordert wurden, ihn als Gott anzubeten:

„Wir haben es nicht nötig, dir etwas darauf zu antworten. Unser Gott, dem wir gehorchen, kann uns zwar aus dem glühenden Ofen und aus deiner Gewalt retten; aber auch wenn er das nicht tut: Deinen Gott werden wir niemals verehren und das goldene Standbild, das du errichtet hast, werden wir nicht anbeten.« – Daniel 3,16-18

Daraufhin wurden sie in den 700% stärker beheizten Ofen geworfen, und von einem Engel gerettet. Sie brannten für Gott, obwohl sie kein Feuer fingen! Aber wie ist ihre Reaktion zu vereinbaren mit dem Bild der Unterordnung unter die Obrigkeit, das uns von der Bibel in verschiedenen Stellen an die Wand gemalt wird? „Alle ohne Ausnahme müssen sich den Trägern der Staatsgewalt unterordnen. Denn es gibt keine staatliche Macht, die nicht von Gott kommt. Die jeweiligen Amtsträger sind von ihm eingesetzt.“ – Römer 13, 1

Ich habe mich da oft gefragt: Was sollten wir nun tun, wenn ein grausamer Diktator an der Macht wäre?

Vergessen wir nicht das wichtigste Gebot der Bibel, welches der Christus uns gab: „Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit aller deiner Kraft und deinem ganzen Verstand!“ Wenn nun etwas von uns verlangt wird, das nicht Gottes Willen entspricht, dann sollen wir dieser Anweisung nicht folgen. Auch in unserem friedlichen Land der dicken Schweinsbratenkruste können solche Situationen kommen, ob durch den Lehrer, den Chef oder sogar ein Elternteil. Wir sollen Gottes Willen an erste Stelle setzen, auch wenn Nachteile entstehen. Wenn ich mir das Sprachbild erlauben darf: Wir sollen zu ‚Brennstofflieferanten‚ werden; unser Kreuz auf uns nehmen, und damit hinein in den Ofen gehen, der unser Alltag ist.

Ihre Gründe für ihre Tat zeigten uns die drei Freunde in der Geschichte eindrucksvoll vor. Ja, zum einen bekennen sie sich dadurch zu Gott und tun dies aus ihrem Gehorsam und ihrer Liebe ihm gegenüber. Aber zum anderen senden sie dadurch auch eine Botschaft. Eine Botschaft von unvergänglichen Prinzipien, von Wahrheit. Von Glaube, Liebe, Hoffnung; ja, eine Botschaft des Vertrauens auf unseren ewigen, liebenden Vater selbst! Nicht umsonst sprach schon der Kirchenvater Tertullian den Grundsatz: „Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche.“

Das ist, warum wir ‚Brennstofflieferanten‘ werden sollen. Warum wir unser Kreuz auf uns nehmen, und damit hinein in den Ofen gehen, der unser Alltag ist. Trotz aller Probleme, trotz aller Schwierigkeiten. Und trotz 200%, 300% oder 700% erhöhter Heizleistung.

Brennst du für Gott?

 

P.S. Hier ein Video zur Bibelgeschichte, das ich am Tag nach dem Schreiben dieses Blogposts auf Facebook gesehen habe: