Vergangenes Wochenende hielt ich eine Predigt mit dem ungewöhnlichen Titel „Beziehungen sind besser als Drogen“. Inspiration war ein YouTube-Video (s. unten).  Es hinterfragt die Theorie, dass Heroinsucht einzig und allein eine Stoffabhängigkeit ist. Als ich das Video ansah, da war ich total gepackt von der Kraft, die in (gesunden) Beziehungen liegt! Ich muss zugeben, dass ich das sehr oft vergesse. Das zeigt sich darin, dass ich zu schnell Dingen & Aufgaben den Vorzug gegenüber Menschen & Beziehungen gebe. Auch in meiner Beziehung zu Gott, welche die allerwichtigste für mich ist. Meine Beziehung zu Gott ist die für mich einzig tragfähige Basis für alle weiteren Beziehungen. Er ist sozusagen der Erfolgsgarant. Und das Interessante dabei ist: Gott wünscht sich von ganzem Herzen, dass wir ihn lieben, ABER genau so wünscht er sich, dass wir einander lieben. Das ist ihm genau so wichtig! (vgl. die Bibel in Johannes 17,11.20-21 oder Matthäus 22,36-40) Und ich denke darin liegt die ungeheure, gerade zu unglaubliche Kraft von zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie sind ein Gottesgeschenk, das uns gut tun soll.

Die Frage an dich und mich ist: Bin ich bereit, Beziehungen in meinem Leben Priorität zu geben? Beziehungen zu stärken, zu reparieren und neue aufzubauen? Ja, das kostet etwas. Aber ich bin überzeugt, dass es den Einsatz wert ist!

Hier nochmals die 7 Tipps vom Ende meiner Predigt, die hilfreich sein könnten, um gesunde Beziehungen zu pflegen und aufzubauen:

  1. Stärke deine persönliche Beziehung zu Gott. Empfange seine Liebe, Vergebung, Annahme und seine Weisheit um fit zu sein für gesunde, zwischenmenschliche Beziehungen. Vernachlässigst du die Beziehung zu Gott, dann kommt schnell Sand in dein „zwischenmenschliches Beziehungsgetriebe“ und du fragst dich – was ist nur los mir mir? Distanz zu Gott als dem Erfinder und Geber zwischenmenschlicher Beziehung öffnet Tür und Tor für Egoismus, welcher uns letztendlich in Isolation führt.
  2. Beobachte dein Beziehungsverhalten und ermittle welche Priorität Beziehungen für dich spielen. Der Gradmesser ist Zeit und Geld:
    Womit oder mit wem verbringe ich meine Zeit?
    In was oder wen investiere ich mein Geld?
  3. Sei Proaktiv! Warte nicht darauf, dass andere das tun was du dir beziehungsmäßig wünscht. Z.B. warte nicht darauf zum Cafe, Essen etc. eingeladen zu werden. Mach selbst den Anfang ohne der festen Erwartung danach auch von der Person eingeladen zu werden. Wann wurdest du das letzte Mal aktiv?
  4. Plane Zeit für Beziehungen ein. Besonders sachorientierte Menschen müssen das bewusst tun, da sonst im Stress des Alltags ständig Dinge vor Menschen kommen. Darum ist es wichtig bewusst Zeit für Beziehungspflege zu reservieren. Da zwischenmenschliche Beziehungen eine göttliche Sache sind, wird die Zeit nicht „vergeudet“ sein, sondern Segen bringen.
  5. Investiere bewusst in „Beziehungsinfrastruktur“! Beziehungen spielen in allen Lebensbereichen eine Rolle, nicht nur in unserem Feierabend. Man denke nur an das Bsp. von vorhin mit der Wohnfläche die gegen enge Freunde eingetauscht wird. Wenn du zB. eine größere Wohnung hast, dann kannst du dir ein Büro für dich selbst bauen, das du vermutlich gar nicht nutzt oder aber bewusst z.B. ein Gästezimmer, das auch als Büro dienen kann. Du kannst dir ein Cabrio mit zwei Sitzen kaufen oder aber bewusst ein Auto mit mehr Platz um Freunde, Verwandte oder einen Nachbarn samt Kindern mitzunehmen.
  6. Lade andere ein Dinge mit dir gemeinsam zu erleben! Besonders im Freizeitbereich vergessen wir oft die Chance zu nutzen andere mit einzuladen etwas zu unternehmen. Wenn wir als Familie in den Tierpark fahren, dann ruft Silvia oft Bekannte, Freunde und Verwandte an und fragt, ob diese nicht auch mit dabei sein wollen. Genau so kann man das mit geplanten Restaurant-Besuchen, Kino usw. machen. Singles haben hier die Chance besonders flexibel zu sein und z.B. auch Einkäufe und Mahlzeiten zu verbinden. Das ist beim Familien oft nicht mehr so leicht zu koordinieren.
  7. Nutze vorhandene Angebote der Gemeinde/Kirche um Beziehungen zu stärken oder neu zu knüpfen. Besonders Kleingruppen bieten die Chance einzelne Persönlichkeiten in der Gemeinde besser kennen zu lernen. Sonntags vor und nach dem Gottesdienst ist die Zeit oft knapp. Aber auch hier kannst du bewusst Zeit einplanen um z.B. länger Gespräche führen zu können und vielleicht ein Treffen mit jemanden während der Woche zu vereinbaren.