Eine der ersten Fragen ist dann meistens:
„Und – was hast du durch deine Reise gelernt?“

Diesen Sommer von Juli bis Anfang September wanderte ich den Nordalpenweg vom Neusiedlersee zum Bodensee. Immer wieder vermisste ich Bequemlichkeiten wie warmes Wasser, einen Kühlschrank, frisches Obst und die Möglichkeit, einen Abend mit Freunden zu verbringen.

Aber jetzt dreht sich der Spieß um – ich vermisse die Ruhe und die Zeit allein mit Gott, in der er so viele gute Sachen in mein Herz legen konnte. Stück für Stück hat er mein Vertrauen auf ihn aufgebaut, indem er mich jeden Tag versorgte. Mit jeder Gebetserhörung ist mein Vertrauen gewachsen, und auch in menschlich gesehen unlösbaren Situationen hatte Gott eine Lösung parat.

Einmal wollte ich im „Kaiserhaus“ schlafen, allerdings war dieses Haus von einer geschlossenen Gesellschaft exklusiv ausgebucht. In der Umgebung gibt es noch zwei andere Gasthöfe, und dann lange nichts. Beide waren voll belegt und verwiesen mich auf den jeweils anderen. Was tun? Meine Freundin, die mich ein paar Tage begleitete, wurde ziemlich nervös: „Hoffentlich bekommen wir noch einen Schlafplatz.“ Ich hatte es am Herzen, Gott zu bitten, dafür zu sorgen. Gleich wurde ich ruhiger, und wir wanderten weiter.

Einige Zeit danach riefen wir erneut bei einem der Gasthöfe an, ob sie denn einen Tipp für Privatzimmer hätten, wo wir noch fragen könnten. Erstaunlicherweise bat uns der Wirt: „Wartet noch mal einen Moment.“ Er überprüfte die Belegung – und siehe da, ein Gast hatte seine Anreise um einen Tag verschoben! So bekamen wir das letzte freie Zimmer. Gott hat das Gebet gehört! Dankbar und müde fielen wir am Abend ins Bett.

Gott hat mich immer wieder in ähnlichen Situationen prima versorgt – er ist der beste Reisebegleiter der Welt!!

Einige von euch werden bemerkt haben, dass ich die Frage vom Anfang noch nicht direkt beantwortet habe. „Was hast du jetzt daraus gelernt, Naemi?“ Ich möchte euch darauf nur ein zentrales Schlagwort schreiben:

Gottvertrauen.

„Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wirds wohl machen.“ – Psalm 37,5

Wie können wir dieses Gottvertrauen nun im Alltag leben?

Einerseits will ich dich herausfordern, mit Gott alles zu besprechen, was dir am Herzen liegt. Ihm jeden Tag im Gebet dein Herz auszuschütten. Und Gott, dem liebenden Vater, wirklich zu vertrauen, Sicherheiten aufzugeben und Ihn dann für sein Handeln loben.

Und wie wärs, mal ein Wochenende vor einer wichtigen Entscheidung allein auf eine Hütte zu fahren und dir Zeit zu nehmen, die Weisheit Gottes anzupumpen und seinen Willen zu erforschen? Und sollte ein Wochenende zu viel sein, hätte vielleicht ein Tag ohne Handyempfang und andere Ablenkungen den gleichen Effekt. Das geht übrigens auch mit einer halben Stunde am Tag!

Vertraust du (auf) Gott?

liebe Grüße,
eure Naemi

P.S. ja, das Foto oben ist von meiner „Schokoladenseite“ 😉