Bin ich froh, nicht im Mittelalter geboren zu sein!

Vor kurzem fand in der Linzer Altstadt wieder das mittelalterliche Ritterfest statt. Manchen würde zu „Mittelalter“ als erstes ein leidenschaftlicher Ritter oder ein holdes Fräulein mit langem Haar einfallen. Aber ich denke bei Mittelalter sofort: „Oh nein; mehr Armut, harte Arbeit, einseitiges Essen, keine Hobbys, …
und 
keeeine RAFFAELLOS!“ 😉

Sogar das Leben auf der Burg vermittelt mir eher Kälte, ausgemachte Hochzeiten und Intrigen. Noch trauriger der Gottesbezug: Obwohl sich alles um Gott gedreht hat, wurde den meisten Menschen ein falsches Gottesbild vermittelt: „Möchtest du es in den Himmel schaffen, und nicht in der Hölle schmoren? Dann tu gefälligst dies, und bezahl jenes!

Damals war die Beziehung zu Gott eher mit
Angst und Schrecken verbunden.

Heutzutage ist die Welt anders: Espresso-Maschinen, elektrische Zahnbürsten, Handys, unzählige Möglichkeiten für Hobbys inkl. Zeit dafür, und vieles mehr. Dazu wissen wir, dass wir uns den Platz im Himmel nicht erkaufen müssen, sondern dass er durch eine Liebesbeziehung zu Gott ermöglicht ist. Also alles super, oder?

Heute haben wir allerdings schon das andere Extrem erreicht.

Veränderungen und Anpassungen sind normal, gut und wichtig – doch sie sind mit Grenzen verbunden! Die Gesellschaft dreht sich nicht mehr um Gott, sondern um den Menschen. „Du bist wichtig. Es geht um dich. Du musst glücklich sein. Tu was du willst!Klingt eigentlich gut.

Aber leider führen uns diese neue Toleranz und diese Freiheit nicht zu innerem Frieden und Glück. In jedem Mensch gibt es eine Leere, die nur Gott allein füllen kann.

Gott muss im Zentrum stehen! 

Trotzdem bemüht sich die Gesellschaft, Gott und seine Werte abzuschaffen. Wirklich tragisch, wenn man bedenkt, dass Er eigentlich die Menschen liebt und das Beste für jeden von uns möchte. Wir Christen haben das begriffen und sind dafür dankbar. Könnte es aber sein, dass wir von der Gesellschaft angesteckt sind?

Könnte es sein, dass wir erwarten
– ja sogar verlangen
dass Gott alles so lenkt, wie wir es uns wünschen?

Ich führe mein Leben, wie ich es für richtig halte; gehe vielleicht sogar einige Kompromisse ein, die mit Ausreden der Allgemeinheit gespickt sind. Nun müssen wir aber eines beachten: Wir können nicht gegen Gottes Prinzipien handeln und gleichzeitig Gebetserhörungen erhoffen. Wir dürfen Gott nicht in Bereichen unseres Lebens ausschließen, und am Sonntag an seiner Liebe an uns zweifeln. Wir dürfen uns nicht bewusst für Dinge, Menschen oder Richtungen entscheiden, die Gottes Willen nicht entsprechen, und dann fragen: „Gott, wo bist du?

Vielleicht war es im Mittelalter doch nicht so schlecht? Oder besser gesagt: Vielleicht sollten wir es anstreben, wieder ein Leben zu führen, wo Gott WIRKLICH das Zentrum ist.

Heute aber aus Liebe und Dankbarkeit.