Als Jugendliche war eine meiner Lieblings-Zeichentrickfiguren Garfield.

Ihr kennt ihn wahrscheinlich: Der faule Kater, der Lasagne frisst und Montage hasst. Beim letzten Punkt stimme ich mit ihm überein. Nach einem tollen Wochenende mit Freunden, nach einer ermutigenden Jugendgottesdienst in der Gemeinde, nach schönen Begegnungen mit Gott kam immer wieder ein Tiefpunkt: der Montag.

Die Herausforderungen des Alltags waren wieder da und plötzlich wusste ich nicht mehr, ob mein Glaube mich bis Freitag trägt. Ich konnte Garfield oft zustimmen: I hate Mondays!

Es war einfach und cool, eine Christin am Wochenende zu sein, als man von anderen Christen umgegeben war.

Es war schwer und uncool, eine Christin am Montag zu sein, als man von Schulfreunden umgegeben war und zu dieser Gruppe gehören wollte.

Wir können Gott so dankbar für die vielen Kindern und Jugendlichen sein, die wir in unseren Gemeinden haben. Es ist ein schöner Auftrag, sie im Glauben zu begleiten. Am Wochenende füllen wir ihre Rucksäcke mit wertvollen Inputs und Lehren. Sie werden in den Jugendstunden und Kindergottesdiensten geistlich gefördert und ermutigt. Sie werden durch Lobpreiszeiten, Gebet und Gemeinschaft gestärkt. Dann schicken wir sie zuversichtlich in den Alltag.

Doch der Montag kommt, und er ist unberechenbar.

Trägt das, was sie am Wochenende erlebt und gelernt haben, sie am Montag? Hat das, was wir am Wochenende anbieten, wirklich etwas mit dem Alltag zu tun? 



Wahrscheinlich müssen wir selber in ihren Alltag hinein, nicht nur von außen reden. Wahrscheinlich müssen wir in ihre Schuhe hineinschlüpfen und mit ihnen gemeinsam den Montag leben. Es geht um eine Beziehung. Wenn wir in unserem Leben als Christ zurückblicken, dann stammen die entscheidenden Antworten zu unseren entscheidenden Fragen oft von Menschen, die in einer Beziehung mit uns waren, die in unser Leben hineingetreten sind. Ich denke, dass es eine von den schönsten Aufgaben ist, mit einem Kind oder Jugendlichen in ihren Montag einzutauchen. Es ist eine wertvolle Investition.

Aber wir müssen es auch in unseren Worten und in unserem Tun zeigen, wie schwer es auch uns manchmal fällt, dem Montag zu begegnen. Nur dadurch können wir den jungen Leuten zeigen, dass wir nicht einen Sonntags-Erlöser, sondern einen Ganze-Woche-Heiland haben.

Gott ist Gott, auch am Montag!

Unsere Worte und Lehren sollen liebevoll genug sein, damit sie verstehen: Gott ist größer als unsere Fehler. Auch wenn wir im Alltag versagen: Die Gnade reicht die ganze Woche. Unsere Worte sollen sie auch ermutigen, den Montag als Geschenk zu sehen. Gott hat uns berufen, den Menschen zu erreichen und ihm/ihr zu dienen. Gott hat jedem von uns ein persönliches Missionsfeld gegeben. Und diesem Missionsfeld begegnen wir am Montag.

Wir wollen eine starke, junge Generation haben, die an die Möglichkeiten Gottes glaubt und mutig in den Alltag hinein geht.

Der Montag kommt
– und wir sind bereit!