„Wer ist es, der in mir ist?“ Das ist die Übersetzung für alle, die sich bei der Überschrift dachten: „Also ich versteh‘ hier nur Bahnhof Japanisch.“ 😉

„Wer ist es, der in mir ist?“

Immer wieder fragte sich das der Hauptcharakter in einem Anime (japanische Zeichentrick-Serie), den ich vor einiger Zeit gesehen habe. Er hieß Kaneki.

Kaneki hatte ein Ziel, auf das er hinarbeitete. Doch immer wieder fiel er von dem Weg ab, der dorthin führte. Immer wieder tat der junge Mann das, was er niemals tun wollte. Immer wieder wurde Kaneki zu dem, was er niemals werden wollte. In diesen Momenten fragte er sich, warum er das tat. Was ihn dazu veranlasste. Verzweifelt fragte er sich:

„Wer ist es, der in mir ist?“

Geht es denn uns Christen nicht manchmal ähnlich wie Kaneki? Wir haben ein Ziel in unserem Leben: Gott zu ehren und unseren Nächsten zu lieben. Aber wir haben eine Sünde oder eine schlechte Gewohnheit in unserem Leben, die uns immer wieder davon abhält. Immer wieder fallen wir in dieser Sache, vielleicht schon zum 1.000sten Mal. Und immer wieder fragen wir uns nach dem Grund. Wir zweifeln, wie Gott darauf reagiert.
Verzagt fragen wir uns: Wohnt Gott denn immer noch in mir?

Lies die Frage laut vor, oder flüstere sie zumindest:

„Wer ist es eigentlich, der in mir ist?“

Wahrscheinlich hatte Paulus eine ähnliche Situation vor Augen, als er den Galaterbrief schrieb:

„Die alte sündige Natur liebt es, Böses zu tun – genau das Gegenteil von dem, was der Heilige Geist will. Der Geist weckt in uns Wünsche, die den Neigungen unserer sündigen Natur widersprechen. Diese beiden Kräfte liegen in ständigem Streit miteinander, sodass ihr nicht das tun könnt, was ihr wollt.“ – Galater 5,17

Gerade dieser Konflikt gibt uns Antwort auf diese Frage! Indem wir uns im bewussten Konflikt mit unserer sündigen Natur, unserem alten Leben befinden, wissen wir, dass der Heilige Geist weiterhin in uns ist und in uns wirkt!

Das Christsein ist ein permanenter Prozess, und jeder einzelne von uns – und sei er noch so lange Christ – befindet sich im Wachstum. Keiner ist perfekt oder „fertig gewachsen“! Das zeigt uns Paulus, indem er einige Verse darauf vom Wachsen in der Frucht des Geistes spricht. Man bemerke: Er verwendet „wachsen“, es geht um etwas Längeres, etwas beständig Andauerndes!

„Wenn dagegen der Heilige Geist unser Leben beherrscht, wird er ganz andere Frucht in uns wachsen lassen: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.“ – Galater 5,22-23a

Aber wie wachsen wir?

1. Bete über deine Wachstums-Sache, 2. lies in der Bibel, 3. sprich mit anderen Gläubigen darüber! Mach diese drei Dinge regelmäßig, dann wirst du wachsen. Und wenn das nächste Mal eine leise Stimme in deinem Kopf flüstert und dich zweifeln lässt: „Wer ist es, der in mir ist?“ – dann lies doch einfach nochmal Galater 5, Vers 17 und 22-23, und wiederhole die drei Dinge!

Wer ist es, der in Dir ist?

liebe Grüße,
euer Andi